Schüler Union lehnt „Schreiben nach Gehör“ ab

Die nordrheinwestfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) sprach sich am 26.07.17 gegen das Konzept „Schreiben nach Gehör“ aus und will dieses auf den Prüfstand stellen. Die Schüler Union NRW unterstützt diesen Vorstoß. „Schreiben nach Gehör“ beruht auf der Annahme, dass die Schüler durch das Niederschreiben von Worten das Lesen schneller erlernen. Die Orthografie wird dabei nicht beachtet. „Das Konzept Schreiben nach Gehör verlangsamt den Prozess des Spracherwerbs“, so Monika Czyz, Landesvorsitzende der Schüler Union NRW. Doch gerade dabei ist zu beachten, dass Schüler, die mit diesem Konzept das Lesen und Schreiben erlernen, später größere Schwierigkeiten haben die Orthographie anzuwenden.

Durch das spätere Erlernen der richtigen Rechtschreibung, ist diese nicht so tief verankert. Dies resultiert in einer Unsicherheit, und schlussendlich in einer Häufung von zum Teil gravierenden Rechtschreibfehlern. Genau wie die Schüler Union hat sich auch der Philologenverband mit dem Thema „Schreiben nach Gehör“ beschäftigt. „Lehrer, die diese Methode unterstützen, sollten wissen, wie groß der Aufwand ist den Kindern später die richtige Orthografie beizubringen“, mahnt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverband NRW, in einem Interview mit „Der Westen“.

Unter der Methode leiden vor allem die lernschwachen Kinder, so würden Kinder, die von Natur aus gern lesen und wissbegieriger sind als andere  von Anfang an viele Wörter richtig schreiben. Die Kinder, die lediglich in der Schule mit Sprache in Kontakt kommen gewöhnen sich erst an die gehörte Schreibweise. Diesen fällt eine spätere Umstellung deutlich schwerer.

Jascha Hoppe, stellv. Landesvorsitzender der Schüler Union NRW merkt zudem an, dass es gerade in Zeiten der sozialen Medien wichtig sei den Kindern so früh wie möglich eine Grundlage der Orthografiekenntnisse zu vermitteln. Des Weiteren sei es gerade für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, wichtig von Anfang an ein Gefühl dafür zu bekommen, was richtig und was falsch ist.

„Wir müssen uns vor Augen halten, dass bildungspolitische Maßnahmen wie diese immer auf lange Sicht betrachtet werden müssen. Denn durch eben dieses nicht korrekte Schreiben stoßen die Schüler im späteren Berufsleben auf große, schwer zu bewältigende Probleme.“, so Monika Czyz.
Daher fordert die Schüler Union NRW, dass die Methode „Schreiben nach Gehör“ nicht mehr in den Grundschulen Nordrhein-Westfalens angewandt wird.

Hier gibt es die Pressemitteilung als PDF zum Download: 

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